Adalimumab

Was ist Adalimumab?

Adalimumab ist ein sogenanntes Biologikum und wird zur Behandlung verschiedener entzündlich-rheumatischer Erkrankungen, auch bei Kindern und Jugendlichen, eingesetzt. Bekannt ist der Wirkstoff unter Handelsnamen wie Humira®, Amgevita®, Hulio® oder Hyrimoz®.

Wann wird Adalimumab eingesetzt?

Adalimumab kann bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht gut vertragen werden. Dazu gehören unter anderem:

  • die juvenile idiopathische Arthritis (JIA),
  • die Enthesitis-assoziierte Arthritis (EAA),
  • sowie bestimmte entzündliche Augenerkrankungen wie die nicht infektiöse Uveitis.


Oft wird Adalimumab zusammen mit Methotrexat (MTX) gegeben. In manchen Fällen kann es aber auch alleine eingesetzt werden.

Wie wirkt Adalimumab?

Uveitis bekämpfen mit Adalimumab

Bei rheumatischen Erkrankungen spielt der Entzündungsbotenstoff TNF-alpha eine wichtige Rolle. Dieser fördert Entzündungen im Körper und kann Gelenke oder Augen schädigen.


Adalimumab blockiert gezielt diesen Botenstoff. Dadurch können Entzündungen reduziert, Schmerzen gelindert und Gelenk- oder Augenschäden verhindert werden.


Wie wird Adalimumab verabreicht?

Das Medikament wird als Spritze oder Pen unter die Haut gegeben, meist alle zwei Wochen. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht des Kindes.

Viele Familien spritzen das Medikament nach einer Einweisung selbst zuhause.

Wann wirkt eine Therapie mit Adalimumab?

Häufig zeigt sich bereits nach wenigen Wochen eine Verbesserung. Gelenke können weniger geschwollen oder schmerzhaft sein und die Beweglichkeit nimmt zu. Auch Entzündungswerte im Blut verbessern sich oft deutlich.



Bei einer Uveitis kann die Wirkung ebenfalls relativ schnell eintreten.

Welche Nebenwirkungen gibt es und welche Kontrollen sind wichtig?

Wie jedes Medikament kann auch Adalimumab Nebenwirkungen verursachen. Häufig sind:


• Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, 

• Erkältungen oder andere leichte Infekte. 


Da Adalimumab das Immunsystem beeinflusst, können Infektionen leichter auftreten. Deshalb sollte bei Fieber oder Krankheitszeichen immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Schwere Nebenwirkungen sind selten, müssen aber ernst genommen werden.


Das sollten Sie immer kontrollieren lassn:


Vor Beginn der Therapie werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, unter anderem ein Test auf Tuberkulose.

Während der Behandlung erfolgen regelmäßige Kontrollen wie:


• Blutuntersuchungen, 

• Kontrolle von Leber- und Nierenwerten, 

• Überprüfung der Entzündungswerte.

 

Was sollte man im Alltag noch beachten?


• Adalimumab muss gekühlt gelagert werden. 

• Bei Reisen sollte auf die richtige Kühlung geachtet werden. 

• Impfungen sollten mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgestimmt werden. 

• Lebendimpfstoffe dürfen während der Therapie meist nicht gegeben werden. 

• Bei Infekten oder geplanten Operationen sollte Rücksprache mit dem Behandlungsteam erfolgen. 



Quelle: Informationsblatt der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR)


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
Alle Entscheidungen zur Behandlung sollten gemeinsam mit dem behandelnden kinder- und jugendrheumatologischen Team getroffen werden.